Genuss, Kulinarik und „Regionalität“ zählen zu den großen Trends im Tourismus. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Speisen für eine gesunde Ernährung mit hohem Genussfaktor nimmt weiter zu. Angesichts der Vielfalt an Nahrungsmitteln aus aller Welt und der zunehmend industriellen Nahrungsmittelproduktion ist „Region“ ein hilfreiches Orientierungsmittel, das über Authentizität und Transparenz Vertrauen schafft!
Diese Ausgangssituation war der Grundstein für die Bewilligung des Interreg IV Projekts „Alpen-Kulinarik“, welches wir gemeinsam mit dem „Zentrum für Gastrosophie“ der Universität Salzburg als Lead-Partner und dem Tourismusverband München-Oberbayern als Projektpartner auf bayrischer Seite in den nächsten drei Jahren durchgeführt wird.
Ziel des Projekts ist es, im Zeitraum von Juli 2010 bis Juni 2013 durch gezielte und vielfältige Aktivitäten (Workshops, Kochateliers und Praktikervorträge) eine grenzüberschreitende Vernetzung regionaler Akteure und Kooperationen zu fördern. Darüber hinaus ist es unser Ziel, einen intensiven Erfahrungsaustausch in den Bereichen Esskultur, Ernährung, Genuss, Gesundheit und Tourismus zu initiieren, der neue Impulse sowohl für die Gastronomie und den Tourismus als auch für regionale Lebensmittelerzeuger und –verarbeiter schafft.
Zu unseren Aufgaben (oder zu den Aufgaben der Tourismusforschung) zählen u.a. die Ausarbeitung einer Potenzialanalyse im ersten Projektjahr als Grundlage für ein umfangreiches Projektmaßnahmenkonzept, sowie die Homepageerstellung und Konzeption/Durchführung einzelner Veranstaltungen. Bis zur Fertigstellung der projekteigenen Website werden wir über die jeweiligen Projektpartner-Websites informieren.
Als offizieller Projektauftakt findet am 29. November 2010 der erste „Alpen-Kulinarik“-Jahresevent zum Thema „Regionalität – Identität – Ernährung“ im Heffterhof Salzburg statt. Eingeladen sind alle Interessierten, die mit Lebensmitteln zu tun haben – von der Landwirtin über den Gastwirt bis zur Touristikerin oder zum Lebensmittelverarbeiter. Eintritt frei!
Seit Anfang August ist Fr. Mag. (FH) Eva-Maria Kretz bei uns als Assistentin der Forschungsleitung tätig. Sie absolvierte nach mehrjähriger Tätigkeit in den Bereichen Incoming und Reisebusdisposition den Studiengang "Unternehmensführung in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft" an der Fachhochschule MCI - Management Center Innsbruck. Ihre Diplomarbeit hat sie dem Thema CSR - Corporate Social Responsibility, gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Wirtschaft und Tourismus gewidmet. Ab nun wird Fr. Kretz als "alter Hase" ihre Kenntnisse und Erfahrungen in der Tourismuswirtschaft, erworben als Oberösterreicherin in Tirol und Salzburg, aber auch ihre Organisationsfähigkeiten bei uns zum Einsatz bringen.
Wir suchen als Karenzvertretung bis August 2011 eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in für 20 Wochenstunden. Der nachstehenden Ausschreibung können Aufgaben und Anforderungsprofil entnommen werden. Wir freuen uns über aussagekräftige Bewerbungen.
FH Salzburg macht Betriebe fit für den eTourismus Die Zukunft des Tourismus heißt Internet
Geschrieben von: Isabella Piekarz
Donnerstag, den 05. August 2010 um 10:37 Uhr
3000 Teilnehmer, 56 Kurse: So lautet die erfolgreiche Halbzeitbilanz des EU-Projekts „eTourismus Fitness“, das die Tourismusforschung der FH Salzburg gemeinsam mit ihren Partnern in sieben oberbayerischen und Salzburger Projektregionen durchführt. Seit knapp zwei Jahren läuft das grenzüberschreitende Pilotprojekt mit dem Ziel, das Internet und seine zahlreichen touristischen Einsatzmöglichkeiten im Alpenraum zu etablieren, damit die vielen Leistungsträger als "eTourismus-Regionen" eigenständig die Herausforderungen und Weiterentwicklungen im elektronischen Tourismus bewältigen können.
„Mit dem insgesamt drei Jahre dauernden EU-Projekt ‚eTourism Fitness‘ wollen wir den eTourism in der Alpenregion weiter vorantreiben und das notwendige Know-how gemeinsam mit den Projektpartnern in die Region bringen“, erklärt Dr. Roman Egger, Tourismus-Forschungsleiter an der FH Salzburg. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Auf nationaler Ebene unterstützen die Wirtschaftkammer Salzburg und das Bundesministerium für Wirtschaft das Projekt.
Seit nunmehr zwei Jahren vernetzen Egger und sein Team unterschiedlich strukturierte bayerische und Salzburger Tourismusregionen und stärken so die eTourismus-Kompetenz durch einen intensiven Wissenstransfer aus dem FH-Forschungsbereich.
3000 motivierte Kursteilnehmer
3000 Hoteliers und Privatzimmervermieter haben bislang die angebotenen Kurse absolviert, „und das mit großem Engagement“, wie Projektleiter und Tourismus-Experte Dr. Mario Jooss berichtet. Interessantes Detail: Für die 56 Basiskurse haben sich überwiegend Frauen angemeldet. Unterrichtet wurden „Einführung in das Internet", "eTourism Grundlagen" und "Online-Marketingaktivitäten". Ausgestattet mit einem breiten Basiswissen und vielen hilfreichen Tipps, können die Teilnehmer nun in Eigenregie ihre Webauftritte gestalten oder neue Online-Marketingstrategien verfolgen.
eCoaches bereits im Einsatz
Ein weiterer Aspekt des Pilotprojekts ist die Ausbildung von Destinationsmitarbeitern der Projektregionen zu Internet-Spezialisten, den sogenannten „eCoaches“. Sie stehen nach erfolgreicher Absolvierung des Lehrgangs den Mitarbeitern und Leistungsträgern ihrer Regionen als kompetente Ansprechpartner im Online-Bereich zur Verfügung. Mario Jooss: „Die Tourismusforschung der FH Salzburg verfolgt mit diesem Projekt zwei Ziele: ein optimales Bildungsangebot für Destinationsmitarbeiter der Pilotregionen zu schaffen und ein innovatives ‚Train the Trainer‘-Konzept zu entwickeln, das einen nachhaltigen Kompetenztransfer zu den einzelnen Leistungsträgern sicherstellt.“
Schwerpunkte der fachlichen Ausbildung waren Online-Tourismus Marketing, Internet Marketing, eTourismus und Web 2.0.
Erfolgsfaktor Web
Längst hat das Internet seine ursprüngliche Funktion als Medium zur Informationsbeschaffung und Reisevorbereitung auf sämtliche Tourismusbelange ausgeweitet. „Alle Altersgruppen und Gästeschichten nutzen es mittlerweile für die Buchung von Leistungen, für Einkäufe und die anschließende Bewertung dessen, was sie gekauft oder gebucht haben“, berichtet Forschungsleiter Egger. Wer nicht online ist, wird verdrängt, lautet die Devise, umso wichtiger sei eine qualifizierte Ausbildung im Bereich des eTourism.
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 13. August 2010 um 11:12 Uhr
Klimawandel & Tourismus
Geschrieben von: Roman Egger
Samstag, den 24. Juli 2010 um 00:00 Uhr
Der Klimawandel stellt als globales Phänomen auch den Tourismus vor massive Herausforderungen. Dass es dabei Gewinner und Verlierer gleichermaßen gibt, ist augenscheinlich, dennoch sind die Risiken höher zu bewerten als die Chancen. Prognosen zufolge wird insbesondere die südliche Hemisphäre, also vor allem die Dritte-Welt- und Schwellenländer, die derzeit verstärkt auf den Tourismus als Entwicklungsmotor setzten, vom Klimawandel betroffen sein. Der Klimawandel wirkt zudem nachhaltig. Anders als Terroranschläge und Naturkatastrophen werden Destinationen künftig zu langfristigen Anpassungsmaßnahmen gezwungen werden. In der Folge wird es zu einer Verschiebung der Tourismusströme kommen, auf die es bei der strategischen Positionierung und Angebotsgestaltung in Zukunft zu achten gilt. Die UNWTO schätzt, dass der Tourismus für einen Anteil von fünf Prozent der globalen Emissionen verantwortlich ist, wobei wieder drei Viertel durch Transportmittel und weitere 20 Prozent durch den Beherbergungssektor verursacht werden. Schier unüberschaubar erscheinen die bevorstehenden Herausforderungen. Dies dürfte wohl auch der Grund dafür sein, dass der Einstellung vieler zufolge erst einmal die anderen klimafreundlich agieren sollen. Dabei liegt umweltbewusstes Reisen auf Konsumentenseite voll im Trend. Der Studie „der touristische Klima-Fußabdruck 2009“ des WWF zufolge legen immer mehr Deutsche Wert auf die von ihnen indizierten Umweltauswirkungen. Wenn Anbieter und Nachfrager beiderseits in die gleiche Richtung stoßen, indem der Klimaschutz einerseits als ein Kernaspekt bei der Planung und Gestaltung touristischer Leistungen angesehen wird, und andererseits Kunden ihren „Klima Fußabdruck“ bewusst in den Reiseentscheidungsprozess einfließen lassen, bleibt zumindest die Hoffnung bestehen, dass die Reise letztlich doch noch in die richtige Richtung geht.