Wissen – Nicht-Wissen  E-mail
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Wissen – Nicht-Wissen
Tourismus zwischen Wissen und Nichtwissen

Wolfgang Aschauer
Reinhard Bachleitner

Kurzdarstellung
In diesem Beitrag wird die Polarität Wissen vs. Nichtwissen angesprochen, die insgesamt einen äußerst geringen Stellenwert in der Tourismuswissenschaft genießt. Weil innerhalb der Tourismuswissenschaft das anwendungsbezogene (häufig ökonomisch fundierte) Wissen klar gegenüber dem Grundlagenwissen dominiert, sind Nichtwissensbestände auf den Ebenen des bekannten, unbekannten und gewollten Nichtwissens deutlich. Eine empirische Analyse setzt sich zusätzlich mit der Nichtwissenskategorie in tourismuswissenschaftlichen Umfragen auseinander. Die Analyse der „Missing Werte“ zeigt, dass fehlende Antworten bei sensiblen Frageinhalten verstärkt auftreten oder auch im Zeitverlauf einer längeren Befragung hohe Ausfallsraten bei einzelnen Fragebatterien verursachen. Die Ausfälle sind weniger durch soziodemographische aber stärker durch nationale Gegebenheiten (z.B. Umfrageklima) beeinflusst. Bei Prognosen zur Reiseintensität fällt insbesondere das Noch-nicht Wissen der Befragten ins Gewicht. Je nachdem, ob man Befragte, die sich über künftige Reisen noch im Unklaren sind, in die Reiseintensität integriert, ergeben sich beispielsweise unterschiedliche Rankings der Reiseintensität. Die empirischen Beispiele zeigen somit zusammenfassend,  dass die Nichtwissenskategorie bei Umfragen insbesondere für Prognosen Relevanz besitzt.
Stichwörter: Wissen, Nichtwissen, Tourismuswissenschaft, „weiß nicht“, Umfrageforschung

Abstract
In this article the polarity between knowledge and ignorance, which has a low significance in tourism science, is discussed. In tourism science the practical knowledge (often economically based) dominates over the knowledge base (theoretically based) for which reason patterns of ignorance are significant at the level of familiar, unfamiliar and intended nescience. An empirical analysis additionally addresses the “don´t know” category in tourism surveys. The analysis of the “missing values” shows, that lacking answers often appear with sensitive questions or in specific item batteries due to a longer questionnaire. The drop outs of answers are only minimally influenced by socio-demographic characteristics but strongly influences by national circumstances (e.g. survey climate). Concerning forecasts of travel intensity the “not-yet knowledge” of respondents is of high importance. If respondents, who are not yet sure about their travel plans in the coming year, are integrated in travel intensity, different rankings regarding the national travel intensity occur. The empirical examples demonstrate clearly, that the “don´t know” category in surveys is particulary relevant for travel forecasts.
Keywords: knowledge, ignorance, tourism science, “don´t know”, survey research

 

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