Vom Internet zum Outernet  E-mail
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Die zunehmende Bedeutung des Internet, insbesondere für Kommunikation und Vertrieb, war und ist eine der wesentlichen Herausforderungen für Tourismusunternehmen. Märkte sind heute höchst dynamisch, Destinationen stehen global im Wettbewerb, Kunden wird durch die Nutzung des Web eine wesentlich stärkere Machtrolle zuteil und die Komplexität der Marketing- und Vertriebsmöglichkeiten wächst beständig. Dies stellt hohe Anforderungen an Destinationen und deren Leistungsträger. Es gilt Schritt zu halten mit der Geschwindigkeit der Veränderungen, die sicherlich noch nie so hoch war wie heute. Während Themen wie die Relevanz des Web 2.0 im Tourismus derzeit noch auf der Agenda stehen, wird bereits von Semantic Web – dem Web 3.0 – und der Bedeutung des mobilen Internet gesprochen.
 
Die uneingeschränkte und allgegenwärtige Verfügbarkeit von Informationen lässt das Internet zum „Outernet“ werden, denn schon längt ist das Internet nicht nur mehr über den PC oder Laptop zugänglich. Komfortabel ist mittlerweile auch der Zugang über Smartphones geworden. Schätzungen zurfolge wird bis 2013 jedes zweite Handy internetfähig und mit inkludiertem Datenpaket ausgeliefert werden. Neue Dienste und Services verknüpfen dabei Internet und Realität. Augmented Reality Lösungen, zu Deutsch: Lösungen der „erweiterten Realität“, blenden beispielsweise Informationen aus dem Web zu jenen Betrachtungspunkten ein, die man über die Handykamera gerade betrachtet. Wer beispielsweise die kostenlose Applikation „Wikitude“ auf seinem iPhone oder Android-Handy aufruft, muss seine Kamera nur mehr in Richtung Untersberg-Seilbahn lenkten, um Preise, Öffnungszeiten etc. auf dem Bildschirm eingeblendet zu bekommen.
 
Ein Handyfoto, mit dem Gratis-Tool „Google Goggles“ aufgenommen, lässt dieses in der Folge von Google mit seiner Bilderdatenbank abgleichen und der Nutzer erhält bei erfolgreicher Analyse weiterführende Informationen zum Foto. Wird beispielsweise ein Foto von Mozart´s Geburtshaus mit Google Goggles gemacht, liefert die Suchmaschine passende Links zu Hintergrundinformationen der Sehenswürdigkeit, etwa aus Wikipedia. Auch Textpassagen können im Fotos erkannt und in der Folge automatisch übersetzt werden. Dies könnte in Zukunft weitreichende Auswirkungen für die Tourismuswirtschaft mit sich bringen. Werden Destinationen in Zukunft nicht nur ihre Texte sondern auch ihre Fotos suchmaschinenoptimieren müssen, um in Google vorne gerankt zu sein? Werden die Touristen von morgen die Speisekarte abfotografieren und so bequem übersetzen lassen?
 
Diese Tage wurde auch verkündet, dass „Google TV“ demnächst auf den Markt kommt. Dann kann der User mit Google-Settop-Boxen sein Heimquadrat internetfähig machen und nach Filmen, Berichten und Serien etc. bequem über den Fernseher suchen. Die Verfügbarkeit hoher Internetbandbreiten macht das Thema Web-TV ohnehin bereits auch für touristische Anbieter interessant. Gerade der hoch emotional geladene Tourismussektor lässt sich mit Bewegtbild bestens vermitteln und bewerben. Auch hier stellt sich die Frage: Müssen Destinationen und Leistungsträger in Zukunft hochprofessionelle Videos zur Verfügung stellen, um in neu  aufkommenden Online-Kanälen wie dem internetfähigen TV verfügbar zu sein? Das Internet ist flügge geworden und aus seiner ursprünglichen Umgebung ausgebrochen – ein sogenanntes „Outernet“ geworden. Die Technologie rückt damit näher an den Menschen heran und eine neue Generation von Endgeräten vernetzt sich im Internet der Dinge. Dies scheint erst der Anfang einer neuen Entwicklung zu sein und unzählige Fragestellungen werden sich daraus auch für die Tourismuswirtschaft ergeben.